Bilanz und Perspektive
Wie geht es weiter mit der S-Bahn?
Die S-Bahn ist das Rückgrat des regionalen Nahverkehrs. Täglich nutzen rund 35.000 Fahrgäste eine der drei S-Bahn-Linien. Der Ausbau der S-Bahn-Linie S1 wurde im Abschnitt Pirna – Dresden Ende 2004 abgeschlossen. Parallel dazu wurde die Marienbrücke modernisiert und erweitert. Derzeit arbeitet die Deutsche Bahn am Abschnitt bis zum Bahnhof Dresden-Neustadt. Für den Ausbau des Abschnitts bis Radebeul ist die Finanzierung gesichert und gemeinsam mit der Deutschen Bahn sowie mit Unterstützung des Landes treibt der VVO derzeit auch die Planungen für den Abschnitt zwischen Coswig und Meißen voran.
Was hat der VVO als Aufgabenträger für den Bahnnahverkehr erreicht?
Zum Zeitpunkt der Übernahme der SPNV-Aufgabenträgerschaft im Jahr 1998 standen einige Regionalnetzstrecken vor dem technischen Aus. Mit der Abgabe langfristiger Bestellgarantien, einem neuen Verkehrsvertrag und dem Abbau von Parallelverkehren konnte der VVO gefährdete Strecken sichern und die Modernisierung von Infrastruktur und Fahrzeugen entscheidend beschleunigen. Inzwischen ist nahezu das gesamte Regionalstreckennetz im Verbundgebiet saniert und moderne Fahrzeuge vom Typ RegioSprinter und RegioSwinger sind flächendeckend im Einsatz.
Auch im Kernnetz ging es voran. Ein Highlight war im März 2001 die Eröffnung der neuen Flughafen-S-Bahn S2, welche seitdem den Flughafen Dresden mit der Innenstadt im Halbstundentakt verbindet. Ein weiterer Qualitätssprung gelang Ende 2004 mit dem Abschluss des S-Bahn-Ausbaus auf der Linie S1 im Abschnitt zwischen Dresden und Pirna und der Verlängerung der Flughafen-S-Bahn bis nach Pirna - dem Tor zur Tourismusregion der Sächsischen Schweiz. Durch die Überlagerung der beiden S-Bahn-Linien entstand im Ballungsraum Dresden ein dichtes S-Bahn-Taktangebot mit vier Zügen je Stunde. Nicht nur die Dresdner, sondern auch viele Pendler entdecken seitdem zunehmend die S-Bahn.
Der Ausbau geht weiter. Im November 2006 wurde der nach einem Entwurf des Architekten Lord Norman Foster umfassend sanierte Hauptbahnhof Dresden offiziell eröffnet. Insgesamt investiert die Bahn in die Modernisierung des Dresdner Eisenbahnknotens bis 2010 mehr als eine Milliarde Euro, die Wiederaufbaumaßnahmen nach der Flut nicht eingerechnet.
Wie entwickelt sich die Pünktlichkeit?
Im Verkehrsvertrag mit der Deutschen Bahn sind hohe Pünktlichkeitsstandards definiert. Wenn nicht mindestens 95 Prozent aller Züge pünktlich sind, muss die Bahn Geld zurückzahlen. Diese Sanktionen haben offenkundig Wirkung gezeigt. Die Pünktlichkeitswerte haben sich kontinuierlich verbessert und liegen inzwischen seit einigen Jahren auf einem sehr hohen Niveau. Mehr als 98 Prozent aller Züge fahren pünktlich, 72 Prozent auf die Minute, 26 Prozent mit einer Abweichung von maximal bis zu fünf Minuten. Das sind bundesweit Spitzenwerte.
Defizite gibt es noch bei der Information der Fahrgäste bei Fahrplanabweichungen. Aber auch hier hat die Deutsche Bahn schon deutliche Fortschritte erzielt.
Noch zu verbessern ist auch die intermodale Anschlusssicherung zwischen Bahn, Bus und Straßenbahn. Der VVO unterstützt darum den Aufbau eines so genannten rechnergestützten Betriebsleitsystems (RBL) für die gesamte Region. Das neue RBL-System soll das schon bestehende RBL innerhalb der Landeshauptstadt Dresden um den regionalen Busverkehr ergänzen und mit dem Reisendeninformationssystem der Bahn verknüpfen. Ziel ist es, bis 2008 verbundweit die Voraussetzungen zu schaffen für eine unternehmensübergreifende Anschlusssicherung und eine dynamische Fahrgastinformation in Echtzeit.





