Der VVO als Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr

Warum kommt es im Bahnnahverkehr immer wieder zu Engpässen in der Fahrzeugverfügbarkeit und was tun der VVO und die Bahn dagegen?

Auf einigen Regionalbahnen kam es in der vergangenen Zeit wiederholt zu Kapazitätsengpässen bei der Fahrzeugbereitstellung, so dass Fahrgäste sich zu Recht über zu wenig verfügbare Sitzplätze beschwerten. Der VVO hat diese Beschwerden sehr ernst genommen und als Aufgabenträger für den Bahnnahverkehr bei der Deutschen Bahn vor Ort und an übergeordneter Stelle nachdrücklich auf Abhilfe gedrungen. Auch unser Vertragspartner DB Regio war an einer baldmöglichen Lösung des Problems interessiert. Diese ist nun in Sicht: Ab Mitte Januar werden für die Region vier zusätzliche RegioSprinter zur Verfügung stehen. Darüber hinaus baut die Deutsche Bahn derzeit eine große Fahrzeugwerkstatt in Dresden. Nach deren Fertigstellung voraussichtlich Mitte nächsten Jahres können notwendige Instandsetzungsarbeiten noch schneller durchgeführt und damit die Verfügbarkeit des Fahrzeugparks weiter verbessert werden.

Wie ist das Verhältnis zwischen VVO als Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr und DB Regio insbesondere in Hinblick auf Qualitätsansprüche?

Noch ein Wort zur Kritik am Verhältnis zwischen VVO und DB Regio. Anders als in einigen Beiträgen angenommen, scheut der VVO nicht davor zurück, deutliche Kritik am Vertragspartner zu artikulieren. Im Bemühen um konstruktive Lösungen setzen wir dabei aber nicht zuerst auf wohlfeile Schelte in der Öffentlichkeit, sondern auf interne Gespräche und Vereinbarungen. Hier sei nur erwähnt, dass im Verkehrsvertrag hohe Ansprüche an die Pünktlichkeit definiert sind, die bei Nichteinhaltung auch spürbare finanzielle Sanktionen nach sich ziehen. Diese Anreize haben gewirkt: In diesem Jahr fuhren mehr als 98 % aller Züge im Verbundgebiet pünktlich, das ist bundesweit ein Spitzenwert.

Im übrigen sprechen die Ergebnisse für sich. Das Regionalstreckennetz ist weitestgehend saniert, moderne Fahrzeuge vom Typ RegioSprinter und RegioSwinger prägen flächendeckend das Bild. Auch im Kernnetz geht es voran. Die Deutsche Bahn investiert in den Ausbau des Dresdner Knotens bis 2010 mehr als 1 Milliarde Euro. Hier sei nur an den Ausbau der S1 zwischen Pirna und Dresden, die Flughafen-S-Bahn und an den kürzlich wieder offiziell eröffneten Hauptbahnhof erinnert. Jetzt geht es darum, auch den Ausbau in Richtung Meißen so schnell wie möglich voranzutreiben.

Die Fahrgäste honorieren die Fortschritte. Seit Verbundstart im Mai 1998 sind die Fahrgastzahlen im Bahnnahverkehr um mehr als 25 Prozent gestiegen. Fast die Hälfte aller Fahrgäste der in Sachsen verkehrenden Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn sind im Verbundgebiet des VVO unterwegs. Den erfolgreichen Weg wollen wir auch in Zukunft fortsetzen. Konstruktive Kritik, wie die Kundenorientierung dabei weiter gestärkt werden kann, ist dabei jederzeit herzlich willkommen.